Neue Therapieformen beim fortgeschrittenen Prostatacarcinom
Wird ein Prostatakrebs in einem frühen Stadium entdeckt, kann er meist durch eine Operation oder eine Strahlentherapie behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Hormonentzugstherapie den Krankheitsverlauf vorübergehend aufhalten. Derzeit werden neue Hormontherapieverfahren erprobt, die das Krebswachstum längerfristig stoppen sollen.
Eine Hormonentzugstherapie kann durch Entfernung der hormonproduzierenden Hoden oder medikamentös erfolgen. "Mit diesen Verfahren sinkt der Testosteronspiegel auf das sogenannte Kastrationsniveau und führt bei 80 Prozent aller Patienten zu einem Wachstumsstillstand des Tumors. Bei manchen Patienten hält dieser Zustand viele Jahre an.
Im Durchschnitt jedoch flammt das Krebswachstum nach wenigen Jahren wieder auf. Die Tumorzellen reagieren dann nicht mehr auf den Entzug der männlichen Geschlechtshormone und wachsen hormonunabhängig. Diesen Männern konnte bislang nur eine ambulante Chemotherapie angeboten werden.
Jetzt werden neue Medikamente erprobt, die auf andere Mechanismen der Hormonregulation zielen und deshalb den Krankheitsverlauf aufhalten können. Die Substanzen Orteronel und Abirateron hemmen Schlüsselenzyme der Hormonsynthese. Erste Auswertungen einer Studie, bei der weltweit über 1000 Männer mit Abirateron oder einem Placebo behandelt wurden, zeigten einen statistisch bedeutsamen Überlebensvorteil von durchschnittlich 4,2 Monaten in der Abirateron-Gruppe.
Ende April 2011 genehmigte die US Food and Drug Administration Abirateron-Acetat (Zytiga) für die Verwendung in Kombination mit Prednison zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem kastrationresistentem Prostatakrebs (mCRPC) nach versagen der Therapie mit Docetaxel (Taxotere) .
Eine weitere Substanz (MDV 3100) bremst auch das Krebswachstum und wird ebenfalls in einer internationalen Studie untersucht.
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